Die auf den folgenden Seiten dargestellte Werkübersicht weist eine große Anzahl an sehr verschiedenartigen Projekten auf. Sie unterscheiden sich etwa in der Aufgabenstellung, dem Umfang oder der Art des Auftraggebers. Neben realisierten Projekten markieren die Wettbewerbe einen wichtigen Teil der Arbeit. Viele dieser Arbeiten sind zudem in der Zusammenarbeit mit hervorragenden Gestaltern entstanden, sowohl in Arbeitsgemeinschaft wie als Berater. Entsprechend weisen die Projekte unterschiedliche Ansätze auf.
Disziplinübergreifend als Architekt und Landschaftsarchitekt denken und umsetzen zu können, ermöglicht eine solche Vielfalt. Diese ist charakteristisch für den ganzheitlichen Anspruch der Arbeiten und geht über das Setzen von Baustrukturen und anschließende Begrünen deutlich hinaus.

Trotz der Unterschiede der einzelnen Projekte weisen die Arbeiten in immer wiederkehrender Form eine Auseinandersetzung mit den für mich spannenden Begriffen im Zusammenhang mit der Gestaltung der Umwelt auf: Wahrnehmung, Naturverständnis und Atmosphäre.



Wahrnehmung
Wahrnehmung ist hier im Sinne des englischen Begriffsduos sensation und perception gemeint. Einerseits fasziniert die rasante Veränderung der Wahrnehmung durch die Möglichkeiten unserer Zeit, anderseits reizt die Auseinandersetzung mit den daraus erwachsenen Vorstellungsbildern. Die Umwelt wird neu erfahren und damit gleichzeitig ihr Verständnis wieder neu erfunden. An die Stelle des Standpunktes als Ausgangspunkt der Betrachtung ist die Bewegung getreten. Damit gewinnen auch die Funktionen des täglichen Lebens an Geschwindigkeit. Fast food, temporär, parasitär, nomadenhaft etc. sind Begrifflichkeiten dieses Aufbruchs. Alternativ ließe sich dies am Verhältnis von Stadt und Land aufzeigen. Das Potential dieser Entwicklung ist ungeheuer. Gleichzeitig besteht die Gefahr der Oberflächlichkeit auf beiden Ebenen, der Wahrnehmung wie der Gestaltung. Es gilt daher sowohl die Methoden des Wahrnehmens wie des Gestaltens zu überdenken.

Naturverständnis
Der Umgang mit Elementen der natürlichen, wie der menschlichen, Schöpfung gibt Gestaltungselemente an die Hand, welche eine reiche Palette an Leseebenen, formalen Möglichkeiten und emotionalen Wirkungen bieten. Das Verständnis der beiden Elemente ist aber ein dynamisches. Moderne Medien, Transport- und Kommunikationsmög- lichkeiten haben die Wahrnehmung der Umwelt verändert.

 

Damit unterliegt auch das Naturverständnis, Anzeiger für die Vorstellung unserer Rolle im Kosmos, einem dramatischen Wandel. Nachdem die romantische Naturvorstellung hoffnungslos von der technischen Entwicklung links überholt worden ist, wird deutlich, daß auch durch Fernreisen und die Biotonne die glückselig machende Natur nicht mehr zu erreichen ist. Statt dessen erwächst eine prozesshafte Naturauffassung, welche es erlaubt natürliche Elemente sowohl gestalterisch wie funktional, einzusetzen. Der Gestalter muß aber der Gefahr einer totalen Pragmatisierung der Natur eine ästhetische Manifestierung entgegensetzen.



Atmosphäre
Im Gegensatz zur emotional erlebten Stimmung ist die Atmosphäre ein wesentlicher und komplexer Träger des Erlebnisses von Raum. Die Qualität einer städtebaulichen Struktur oder schon ein Blumentopf kann eine prägnante Erlebnisebene darstellen. Hier vereinigen sich die funktionalen, inhaltlichen und ästhetischen Eigenschaften der Gestaltungselemente. Ohne Atmosphäre verharren sie in ihrer Begrifflichkeit. Gleichzeitig wird durch die Atmosphäre die Qualität des Verhältnisses von Körper mit den ihm innewohnenden Handlungsmöglichkeiten und Raumgestaltung mit den geschaffenen Handlungsmöglichkeiten offenbar. Einen atmosphärischen Ort zu schaffen heißt, eine er- und belebbare Umwelt zu gestalten.